Verdauung bei Hund & Katze

Hund und Katze sind Fleischfresser/Carnivore 

 

Die Fleischfresser haben kein großes Problem, die Nahrung zu verdauen, sondern eher damit, das Beutetier zu erlegen. Aus diesem Grund sind sie von der Natur mit einigen Werkzeugen ausgestattet worden, die sie beim Beutefang unterstützen. Viele können sich sehr schnell fortbewegen, um ein Beutetier zu jagen. Sie sind mit scharfen Fang- und Reißzähnen ausgestattet, um die Beute zu reißen und zu zerteilen. 

Meeresbewohner, wie der Oktopus, verfügen über Saugnäpfe und Feuerquallen über Nesselzellen, die ihnen den Beutefang ermöglichen. Ist die Beute erst einmal gemacht, kann sie im Ganzen geschluckt werden. So kann eine Python beispielsweise für die vollständige Verdauung eines Kaninchens bis zu mehreren Wochen benötigen. Die Beute kann aber auch in Teilen - der Reihe nach - durch Zerreißen des Körpers mit den Zähnen (Hund und Katze) geschluckt werden oder außerhalb des Körpers verdaut werden. Dies kann bei Spinnen, die Gift und Verdauungssaft in den Körper der Beute injizieren und danach die flüssigen Nährstoffe aussaugen, beobachtet werden oder bei fleischfressende Pflanzen, bei denen das Insekt in einen Verdauungssaft fällt, von dem es erst getötet und anschließend verdaut wird.


Magen-Darm-Trackt von Hund & Katze

Der Magen-Darm-Trakt der Fleischfresser ist verhältnismäßig einfach gebaut, da die Erfordernisse gering sind und die aufgenommenen Nährstoffe reichhaltig an gut verdaulicher Nahrung sind.Nachdem der Bauchraum des Beutetieres vom Jäger eröffnet wurde, werden zunächst Magen und Darm verschlungen. Da es meist Pflanzenfresser sind, die gerissen werden, nimmt der Fleischfresser so Gemüse und Vitamine auf. Anschließend wird das Fleisch von den Knochen gerissen und geschluckt. Zur Reinigung der Zähne, die eigentlichen Schneidewerkzeuge, werden Haut und Knochen zum Schluss verzehrt.Die zerkleinerten und mit Speichel vermischten Bestandteile werden mit dem Zungengrund in die Speiseröhre (Oesophagus) gedrückt und durch Muskelkontraktionen der Speiseröhrenwand in den Magen vorgeschoben.

Gaster


Der Magen ist ein muskulöser Sack, in dem die Verdauung der Eiweiße durch die Einwirkung von Pepsin und Salzsäure auf das Futter beginnt. Die Drüsenzellen der Magenwand produzieren Pepsinogen, das erst durch Salzsäure in Pepsin umgewandelt wird und nach der Aktivierung Eiweiß spaltet. Damit der Magen sich nicht selbst verdaut, wird von zahlreichen schleimproduzierenden Zellen eine schützende Schleimschicht gebildet. Das vorverdaute Futter wird nach einigen Stunden an den Dünndarm übergeben.

Duodenum


ZwölffingerdarmDer saure Verdauungsbrei wird im Duodenum durch die Einwirkung von Gallenflüssigkeit neutralisiert und ein alkalisches Darmmilieu geschaffen. Somit können die Darmeigenen Verdauungsfermente aus den in der Darmwand befindlichen Lieberkühnschen Drüsen und Brunnerschen Duodenaldrüsen sowie die Enzyme  der Bauchspeicheldrüse ihre Aufgabe erfüllen. 

Eine weitere Aufgabe der Gallenflüssigkeit ist die Emulgierung der Fette (kleinste Fetttröpfchen in Lösung bringen), damit die Lipase (fettzersetzendes Enzym ) eine größere Angriffsfläche hat. Im Zwölffingerdarm ist eine Vielzahl an Verdauungsenzymen ansässig. Hier findet der Hauptteil der Verdauung statt. Da sowohl Zwölffingerdarm als auch Leerdarm über Darmzotten verfügen, werden erste Spaltprodukte der Verdauung in den Körper aufgenommen und abtransportiert.

Jejunum


LeerdarmAuch in der Wand des Leerdarmes sind Lieberkühnsche Drüsen eingelagert, so dass die Spaltung der Nährstoffe in diesem Darmabschnitt fortgesetzt werden kann. Des Weiteren werden durch die Darmzotten (Mikrovilli) die Spaltprodukte entweder mit dem Blutstrom oder mit der Lymphe  aufgenommen und abtransportiert (Absorbtion).

Ileum


HüftdarmHierbei handelt es sich um den letzten Dünndarmabschitt, der dann in den Blinddarm mündet. Die Ileo-Zökalklappe (Papilla ilealis) verhindert, dass Darminhalt aus dem Dickdarm in den Dünndarm zurückfließen kann.


Caecum


BlinddarmDer Blinddarm ist, wie sein Name bereits verrät, ein blind endender Darmabschnitt. Er ist bei den Fleischfressern nicht sehr gut ausgebildet, da nur ein geringer Teil der Nahrung dem Abbau und der Absorbtion der Spaltprodukte im Dünndarm entgeht. Der von der Dickdarmwand abgesonderte Schleim ist fast frei von Verdauungsenzymen. Bakterien   zersetzen hier die Futterreste und bilden Vitamine, insbesondere die  B-Komplex Betreffenden.

Colon


GrimmdarmDas Colon bildet bei den Fleischfressern den Hauptanteil des Dickdarms. Durch seine Bakterienflora werden letzte Reste des Futters aufgespalten. Die Hauptfunktion des Dickdarms ist die Wasserrückgewinnung aus dem fäkalen Material. Dies spielt vor allem eine wichtige Rolle bei der Katze. Sie ist urspünglich ein Wüstentier und somit spezialisiert auf die Wasserrückgewinnung im Dickdarm und in den Nieren. So verwundert es nicht, dass der Kot von Katzen sehr hart und trocken sein kann.

Rectum


MastdarmIm Rektum wird das unverdauliche Material bis zu seiner Ausscheidung aus dem After gespeichert. Während seiner Verweildauer im Rektum wird dem Kot weiterhin Wasser entzogen. Kommt es zu einer Kotentleerungsstörung, wie es bei einer Koprostase der Fall ist, kann der Kot steinhart werden (Steinkot), zur Verstopfung führen und die Darmwand durch den sich anschoppenden Kot überdehnen und schädigen. Es werden sowohl Blutgefäße als auch Nerven in Mitleidenschaft gezogen.